Unsere Südamerika-Reise in 53 Akten
Jetzt ist es also so weit: 2026 ist in greifbare Nähe gerückt. Nur noch einmal schlafen und einmal feiern und ein turbulentes Jahr mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen gehört der Vergangenheit an. Dann weitere sechs Mal schlafen und es geht zum Flughafen.
Es kann nichts mehr schief gehen. Oder doch? Meine Zweifel wachsen stündlich. Zumindest hat das gebetsmühlenartige Murmeln meines Mantras in den vergangenen Wochen wenig Gutes bewirkt. Und wenn ich mich dem vielpropagierten Glauben hingebe, dass es keine Zufälle gibt, muss ich kritisch hinterfragen, was es mit den Nicht-Zufällen auf sich hat. Denn mein oft als Pessimismus missverstandener Realismus lässt inzwischen wenig Spielraum für Optimismus.
Wenn das Schicksal winkt: Wink zurück
Los ging es mit einer aus dem Nichts – abgesehen von den Schlägen im Motorraum – penetrant blinkenden Motorwarnleuchte. Auf der Autobahn. Auf dem Weg zur Arbeit. An meinem letzten Arbeitstag.
Immerhin: Die Sonne schien, als ich hinter der Leitplanke auf den Abschleppdienst wartete – was auch der freundliche Pannenhelfer aufmunternd anmerkte, ehe er mein Auto mit der Seilwinde auf den Abschlepper zog.
Weiter ging es mit einem Orkan über dem Nordatlantik, der die mit unserem Container beladene Maersk La Paz vorerst daran hinderte, Kurs auf ihren nächsten Hafen zu nehmen. Im Vesselfinder konnten wir live beobachten, wie das Schiff Kreis um Kreis vor Englands Südküste drehte. Zeitverlust bis dato: eine Woche.
Immerhin: Inzwischen ist das Schiff auf dem Weg über den Atlantik und der Container mit unserem Marco Polo scheint noch an Bord zu sein.
Wenn Zähne zusammenbeißen nicht hilft: Lächeln hilft immer
Das Auto ist wieder flott, das Schiff macht wieder Fahrt. Bis auf einen groben Plan sind wir ohnehin flexibel. Nur der Flug ist fix. Also ist doch erst mal alles easy. Alles kein Problem. Kann ja nichts mehr schiefgehen. Was soll denn schon noch passieren?
Ich mache es kurz: Wir haben uns beim Bullshit-Bingo spontan für den zahnmedizinischen Notfall an Weihnachten entschieden. Allein beim Gedanken daran rollen sich mir schon zwischen Heilige Drei Könige und Weihnachten die Fußnägel hoch. In den wenigen Tagen zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige kommt Schnappatmung dazu.
Immerhin: Wir haben einen Zahnarzt gefunden, der innerhalb einer Woche das Unmögliche möglich macht, sodass wir mit unserem strahlendsten Lächeln in den Flieger steigen können.
Der Irgendwo im Nirgendwo Daumenkino-Kalender 2026
Um die Nerven zu beruhigen, helfen Übersprungshandlungen und Handarbeit. Das Origami-Katzen-Falten zum Beispiel.



Oder meine neueste kreative Höchstleistung: der Daumenkino-Kalender für 2026. Eine Neuinterpretation des Thumb-Stopping-Moments. Das künsterlische Meisterwerk ist als Wochenkalender konzipiert und in Kleinstauflage als Tischaufsteller gedruckt. Doch bei all der mühsamen Klickarbeit möchte ich den Daumenkino-Kalender dem breiten Publikum nicht vorenthalten.
Daher: nur jetzt, nur hier, for free.
Die Vorlage zum Selberdrucken und Selberbasteln.
Sei in Gedanken an unserer Seite und begleite uns in wenigen Sekunden oder in Slow Motion über die Panamericana. Kreuz und quer von den Bergen ans Meer, durch die Wüste und das ewige Eis bis zum Hafen, in dem der Container-Riese mit seinem Schiffshorn ein letztes Goodbye, Adios, auf Wiedersehen in den südamerikanischen Himmel blasen wird.
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Digitale Kaffeekasse
Unsere aktuelle Reise führt uns quer durch Südamerika – über endlose Straßen und die Anden bis ans Meer. Wenn dir unsere Geschichten gefallen, freuen wir uns über Großes, Kleines, klein Gefaltetes oder einfach eine digitale Spende über PayPal. Das hilft uns dabei, weiter unterwegs zu sein und unsere Reisegeschichten mit dir zu teilen. Danke für deine Unterstützung!

